Der Titel des Werkes von Bernhard Annen assoziiert zuerst durch seine Wortkombination Unbehagen. Das Beklemmende findet sich in der Imagination von Acker aus Menschenmassen und den Pflugscharen als Massenvernichtungs-
instrument. Für Menschenacker verwendet Bernhard Annen Beton als Material, das als solches in unserer Zeit auch für das Zurückdrängen der Wiesen und Äcker steht.
Betrachtet man die einzelnen Betonköpfe, die sich Kopf an Kopf auf den Betonplatten reihen, sind diese voneinander kaum unterscheidbar. Grau in grau. Ein Kopf gleicht dem anderen. Bei einem zweiten Blick entdeckt man aber kleine Deformationen, die durch den Produktionsprozess, das Abgiessen, entstanden sind. Bei längerer Betrachtung verschwimmt die Masse der identischen Köpfe zu einem Muster, zu einem Teppich. Durch die serielle Produktion macht das Individuelle dem Identischen platz. Menschenacker spielt demnach mit dem Unbehagen, das das Grau der Masse auslöst und welches auf dem Verlust des Individuellen gründet. Gleichzeitig verweist die Arbeit auf die Frage nach dem Status des Originals in der Kunst.